Raum der Stille
Der Raum der Stille im 1. Untergeschoss steht allen offen, die für einen Moment ihren Tagesablauf unterbrechen möchten. Rückzug, Ruhe, Nachdenken, Beten haben hier ihren Ort.
Der Raum der Stille ist von Montag bis Samstag jeweils von 11:00-19:00 Uhr geöffnet.
Immer mehr strömt auf uns ein und soll zur gleichen Zeit bewältigt werden. Termindruck, Anspannung und die permanente Erreichbarkeit bestimmen uns. Die Sehnsucht nach Rückzug, Stille oder einer tragfähigen Balance zwischen Arbeit und Freizeit lässt die Beschleunigung des modernen Lebens nur noch deutlicher spürbar werden.
Der Konvent der Vinzentinerinnen im Haus der Katholischen Kirche lädt herzlich ein zum »Sitzen in der Stille« immer dienstags um 18:00 Uhr im Raum der Stille.
Schwester Nicola Maria Schmitt ist hierfür Ihre Ansprechpartnerin:
Telefon 0711 – 7050 444
Hand Gottes
Zentrales Element im Raum der Stille ist ein Bildmotiv aus der Kirche S. Clemente in Tahull in der spanischen Provinz Lleida (katalonisch: Sant Climent de Taüll). Die Kirche wurde 1123 eingeweiht und ist mit einem großen Apsisfresko ausgeschmückt.
Raum der Stille
Die Hand Gottes befindet sich im Übergang vom Altarraum zum Kirchenschiff. Der so genannte »Meister von Tahull« greift in dem Bemühen, Gott zu denken und ihn doch nicht in ein Bild zu zwängen, auf eine reiche Symbolsprache zurück:
Wir sehen von Gott nur seine Hand. Er ist der Handelnde in der Schöpfung und in der Geschichte. Für uns ist es nicht möglich, Gott in seiner Fülle wahzunehmen. Aber der Glaube lässt uns seine Handschrift entdecken.
Die Hand bildet das Zentrum eines Kreises, einer vollkommenen, unendlichen Form.
Gottes Hand taucht aus der Tiefe des Kreises auf, so wie sich die Schöpfung aus dem Nichts ereignet.
Dabei bricht sich das weiße Licht, das alle Farben in sich vereint, im Regenbogen, dem Zeichen für Gottes Gegenwart in den unzähligen Facetten des Lebens.
Ein winziges Stück reicht die Hand über den Kreis hinaus: Gott bleibt nicht in sich, öffnet sich zum Menschen hin, lässt ihn teilhaben an seiner Wahrheit, wird selbst Mensch. Doch zugleich bleibt er der ganz Andere und das Ende, in der goldenen Farbe der Hand leuchtet dem Menschen seine erfüllende Zukunft entgegen.
Die Hand spendet Segen. Gottes Kraft begleitet den Menschen.

