Ausstellungen

Im Fokus

Das Haus der Katholischen Kirche realisiert in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnerorganisationen Ausstellungen. Dazu gehören z.B. soziale Einrichtungen wie der Caritasverband für Stuttgart oder der Malteser Hilfsdienst.

Zwei Mal jährlich finden Kunst-Ausstellungen in der Reihe insight: statt, die vom Katholischen Bildungswerk kuratiert werden. insight: möchte den Blick für spannende Fragestellungen der Bildenden Kunst öffnen, die an religiöse und gesellschaftliche Bezugspunkte anknüpfen und reizvolle Diskurse eröffnen.

Unsere Ausstellungen sind geöffnet: MO - SA 09:00 - 19:00 Uhr (sonn- und feiertags geschlossen)

Ausblick

Was ist Deine Mission?

Viele Firmen formulieren heutzutage eine "mission". Da geht es um Leitlinien, Werte und Strategien.

Das Wort bedeutet soviel wie Auftrag oder Sendung. Im Christentum war damit tradtionell dessen Verbreitung und Ausweitung gemeint. Nach dem Matthäus-Evangelium (28,19) ruft der Auferstandene selbst dazu auf: "Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Papst Franziskus geht mit dem historisch durchaus belasteten Begriff neu und unbefangen um. In seinem Rundschreiben "Evangelii Gaudium" hat er schon 2013 klargemacht: "Du bist Mission!" Die Ausstellung will zum Nachdenken darüber anregen, warum und wie Christinnen und Christen heute "Mission" verstehen und leben können.

insight: #14


Die Einzelausstellung von Laila Kaletta befasst sich mit Gedanken zur Unsterblichkeit. Die Künstlerin verfolgt dazu die Spuren der Qualle Turritopsis dohrnii. Dieses nur wenige Millimeter messende Lebewesen stirbt nicht, sondern entwickelt sich in jenes Stadium zurück, in dem es seinen Lebenszyklus erneut starten kann.

Eine Ausstellung in der Reihe insight:
Ausstellungseröffnung: DO 19. November 2020, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: FR 20. November 2020 - SA 9. Januar 2021

Arbeiten zu Rubljows Dreifaltigkeitsikone


"Andrej Rubljows 'Dreifaltigkeit' rezipieren wir nicht so wie dessen Zeitgenossen, und dennoch lebt diese Ikone durch die Jahrhunderte weiter. Sie lebte damals und sie lebt auch heute. Sie schafft so die Verbindungslinie zwischen den Menschen des 20. und des 15. Jahrhunderts." (Andrej Tarkowskij: Die versiegelt Zeit. Gedanken zur Kunst, zur Ästhetik und Poetik des Films)

Wir zeigen Arbeiten von Martin Paulus und Willi Weiner, die im Dialog der beiden Künstler und in ihrer Auseinandersetzung mit der Deifaltigkeitsikone des Andrej Rubljow entstanden sind.

Die Ausstellung wird vom Katholischen Bildungswerk in Verbindung mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Hauptabteilung XI - Kirche und Gesellschaft) realisiert.
 

Willi Weiner, geboren 1954 in Zusmarshausen/Lkr. Augsburg, schloss 1976 die Fachhochschule für Gestaltung Augsburg ab. Seit 1983 sind seine Arbeiten in vielen Einzelausstellungen sowie Gruppenausstellungen zu sehen. Weiner arbeitete einige Jahre in Italien, erhielt u.a. den Villa-Romana-Preis, Florenz, das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium sowie das Stipendium Cité Internationale des Arts (Paris) und war für 9 Monate Artist in Residence, in Saitama/Japan. Heute lebt er in Stuttgart.

Martin Paulus wurde 1961 in Landsberg am Lech geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er hat an verschiedenen Filmprojekten mitgearbeitet und ist als Kurator tätig. Bilder und Plastiken des Künstlers wurden von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und durch andere öffentliche und private Sammlungen angekauft. Er war offizieller deutscher Künstler für Olympia 1992 (Barcelona) und erhielt u.a. den Ellinor Holland Kunstpreis (Augsburg). Paulus lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt.

Ausstellungseröffnung: DI 19. Januar 2021, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: SA 16. Januar - MI 17. Februar 2021, täglich 10:00 - 19:00 Uhr (sonntags geschlossen)

Tübinger Bibel und Polnischer Kreuzweg


HAP Grieshaber (1909-1981) und Sieger Köder (1925-2015) sind sich persönlich nicht begegnet. Sieger Köder kannte die kräftigen Holzschnitte Grieshabers; ob der kantige Grieshaber von den Metallätzungen des Ostälblers Köder wusste, ist unbekannt.

In der Ausstellung werden Blätter aus dem Theologischen Fundament Sieger Köders, seiner "Tübinger Bibel in Bildern", dem "Polnischen Kreuzweg" von HAP Grieshaber gegenüber gestellt. Beide Werke sind 1968 entstanden.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der "Stiftung Kunst und Kultur in Rosenberg" organisiert.

Der Priester-Künstler Sieger Köder, geboren1925 in Wasseralfingen, lebte und arbeitete auf der Ostalb; er starb 2015 in Ellwangen. Köder hat ein breitgefächertes Werk hinterlassen. Weithin ist er als "Prediger mit Bildern" bekannt, der die Bibel farbgewaltig interpretiert hat.

Sieger Köder studierte zunächst an der Fachschule für Edelmetalle in Schwäbisch Gmünd Ziselieren und Silberschmieden, dann Malerei und Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach seiner Lehrtätigkeit als Kunsterzieher studierte er katholische Theologie und wurde 1971 zum Priester geweiht. Als Pfarrer wirkte in Hohenberg und Rosenberg.

HAP (Helmut Andreas Paul) Grieshaber (*1909 in Rot an der Rot | + 1981 in Eningen unter Achalm) gilt als Erneuerer des Holzschnitts nach dem Zweiten Weltkrieg. Der gelernte Schriftsetzer besuchte die Staatliche Kunstgewerbeschule in Stuttgart, die er jedoch nicht abschließen konnte. 1950 wirkte er an der Neugründung des Deutschen Künstlerbundes mit, dessen Vorstand er von 1956 bis 1967 angehörte. 1955 wurde er Nachfolger Erich Heckels an der Kunstakademie Karlsruhe, gab 1960 seine Professur jedoch auf. Grieshaber wurde mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet, zuletzt 1970 mit dem Konstanzer Kunstpreis.

In seinen Arbeiten werden Landschaften der Schwäbischen Alb, Tiere, religiöse und mythologische Themen immer wieder variiert. Neben der Staatsgalerie Stuttgart verfügt das Städtische Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen über einen der umfangreichsten Bestände an Arbeiten Grieshabers.

Ausstellungseröffnung: DO 25. Februar 2021, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: FR 26. Februar - SA 11. April 2021 (sonn- und feiertags geschlossen)

Rückblick

SCHULKUNST-Landesausstellung


Das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses, eine der bedeutendsten Schulen für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert, war eines der großen Kulturereignisse des Jahres 2019 in Deutschland. Auch das SCHULKUNST-Programm des Landes Baden-Württemberg feiert diesen Geburtstag mit seinem aktuellen SCHULKUNST-Thema: "Form und Funktion - 100 Jahre Bauhaus".

In den Schuljahren 2018/19 und 2019/20 wurden die Schülerinnen und Schüler im Land aufgefordert, sich mit den Ideen und Werken der Bauhaus-Künstlerinnen und -Künstler zu beschäftigen und teilzunehmen am bundesweiten Jubiläum. 17 regionale SCHULKUNST-Ausstellungen in Baden-Württemberg präsentierten die Ergebnisse. Die SCHULKUNST-Landesausstellung schließt die Reihe ab; sie zeigt eine Auswahl der Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen und aller Schularten des Landes.

Das SCHULKUNST-Programm des Landes Baden-Württemberg besteht seit 1984. Es ist Teil des bundesweit einmaligen Aktionsprogramms zur Förderung der musisch-kulturellen Bildung an den Schulen des Landes. Im ein- oder zweijährigen Rhythmus wechselnde SCHULKUNST-Themen geben dem Kunstunterricht an allen Schularten besondere Impulse.

Die Landesausstellung wurde durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung - Außenstelle Ludwigsburg - realisiert und war vom 30. Juli bis 12. September 2020 zu sehen.

Die Ausstellung


Die Bewegung "Maria 2.0" engagiert sich für veränderte Frauenrollen in der katholischen Kirche. Lisa Kötter, die in Münster den ersten kirchlichen Frauenstreik mitorganisiert hat, setzt mit ihrem künstlerischen Schaffen den Skandal ins Bild, gegen den "Maria 2.0" die Stimme erhebt: sie stellt Mitstreiterinnen, Familienmitglieder oder in der Kirche engagierte Frauen dar, deren Mund zugeklebt ist.

Lisa Kötter zu ihrer Intention: „Das Gegenteil von Macht ist Abhängigkeit und Ohnmacht. Die sollte niemand spüren müssen in der christlichen Gemeinschaft. ... Ich bin so müde davon, dass Frauen sich zufriedengeben mit dem, was sie ‚dürfen‘ - von der Herren Gnaden. Wir sind doch alle von Gottes Gnaden. Mit dem Auftrag, uns gegenseitig zu stützen und zu lieben. Und unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Das wurde nicht nur der halben Menschheit gesagt.“

Die Arbeiten von Lisa Kötter waren zu sehen vom 4. bis 17. Juli 2020. Die Ausstellung wurde durch das Katholische Bildungswerk in Kooperation mit dem KDFB Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Hauptabteilung XI Diözese Rottenburg-Stuttgart realisiert.

Die Ausstellung wurde gefördert von der Roman und Gertrud Stetter-Stiftung.

Ausstellung von AMOS


Der Name der Kreativwerkstatt erinnert an den Propheten AMOS, der im 8. Jahrhundert vor Christus für soziale Gerechtigkeit kämpfte. Das Projekt AMOS ist eine Gemeinschaftsinitiative der Kirchengemeinden St. Maria und St. Fidelis und des Caritasverbandes für Stuttgart e.V. Die AMOS Kreativwerkstatt ist zu einem Ort der gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens geworden. Sie ist ein Raum für bildhaftes Gestalten, Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Unternehmungen. Nicht die Leistung zählt, sondern die eigenen Stärken und Fähigkeiten. Jede Künstlerin, jeder Künstler darf so sein, wie sie/er ist. Es gibt keine Vorgaben; der künstlerisch begabte Mensch gestaltet das Bild nach seiner Inspiration.

Vom 19. Februar bis 17. März 2020 zeigten einige Künstlerinnen und Künstler von AMOS im Haus der Katholischen Kirche ihre Arbeiten.

Weitere Informationen zu AMOS: www.amos-kreativwerkstatt.de

insight: #13


Auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz wurden in den letzten fünf Jahren enorme Fortschritte erzielt. Wir können nun Probleme lösen, die vorher unlösbar schienen: Maschinen können automatisiert Gegenstände erkennen, Gesichter tauschen, Stimmen imitieren, Gemälde zum Leben erwecken, Autos steuern, Bewerbungen sichten, Romane generieren, Musikstücke komponieren, Computerspiele lösen, Fragen beantworten oder medizinische Diagnosen treffen. Die bisherigen neuronalen Netzwerke hatten immer ein vorgegebenes Ziel, eine Bestimmung, angewiesen von Menschen. In jüngster Zeit jedoch werden zunehmend neuronale Netzwerke trainiert, die kein Ziel haben (= engl.: unsupervised, deutsch: unüberwacht).

Die Ausstellung vom 28. November 2019 bis 4. Januar 2020 fragte nach den ethischen Implikationen solcher unüberwachter Netzwerke. Die gezeigten Arbeiten dekonstruieren das Thema medial breit gefächert, von raumgreifenden Installationen bis hin zu selbstlernenden Algorithmen in Form von Projektionen. Zu sehen waren lokale sowie internationale Positionen von vier Digital Natives, die sich dem Thema in ihren Arbeiten interdisziplinär annähern: Niklas Binzberger, Gabriel Hensche, Angela Matthies  und Max Stocklosa.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Florian Model, der sich in seiner kuratorischen und künstlerischen Praxis mit dem Einfluss des technischen Fortschritts auf unser tägliches Leben beschäftigt.

Bilder von Carolus Horn


Carolus Horn (1921 - 1992) war einer der bekanntesten Werbegrafiker im Nachkriegsdeutschland. Mit 60 Jahren erkrankte er an Alzheimer. Die Krankheit veränderte Horns Farb- und Formsprache deutlich; trotzdem blieb er künstlerisch tätig. An seinen Bildern wird deutlich, wie Alzheimer den Blick eines Künstlers auf die Welt verändert und damit sein Schaffen. Beeindruckend und bewegend zugleich.

Die Ausstellung wurde vom 20. September bis 19. Oktober 2019 in Kooperation mit dem Malteser-Hilfsdienst e.V. realisiert.

insight: #12


Wie und wo entsteht Gemeinschaft? Was sind ihre Rahmenbedingungen und Wunschapparate und wo endet sie, wo sind ihre Grenzen? Zu diesen Fragen führten Katholisches Bildungswerk und Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof von November 2018 bis in den Sommer 2019 das Kunstprojekt "Small Projects For Coming Communities" durch, das von Dorothee Richter und Ronald Kolb von der Zürcher Hochschule der Künste kuratiert wurde. In der Projektphase wurden Theorien von Gemeinschaft beleuchtet - aus Philosophie, Theologie, Kunst, Literatur etc. Andererseits ging es konkret um lokale Bezüge in Stuttgart und um die Einbeziehung der Menschen, die hier leben, arbeiten, denken; dazu fanden öffentliche Workshops statt, in denen viele Scores (Handlungsideen bzw. -anleitungen)entwickelt wurden.

Die Projekphase endete mit einem experimentellen Symposium am 11. Mai 2019 im Hospitalhof, das Ergebnisse bündelte und präsentierte und in einer Publikation zusammenfasste. Das Symposium war zugleich Eröffnung einer Mitmach-Ausstellung, die im Haus der Katholischen Kirche und im Hospitalhof vom 11. Mai bis 15. Juni 2019 zu sehen war - und in Zürich im OnCurating Project Space. 

Die entwickelten Scores  bilden - auch nach Ausstellungsende - das Gerüst des Projekts, das erweiterbar ist über www.comingcommunities.org. Auf der Seite können Scores veröffentlicht und mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Die Online-Plattform bleibt bestehen und versteht sich als fortlaufendes Projekt, das Scores und deren Umsetzung jederzeit und weltweit zur Verfügung stellt.

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