Das Haus der Katholischen Kirche realisiert in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnerorganisationen Ausstellungen. Dazu gehören z.B. soziale Einrichtungen wie der Caritasverband für Stuttgart oder der Malteser Hilfsdienst.
Zwei Mal jährlich finden Kunst-Ausstellungen in der Reihe insight: statt, die vom Katholischen Bildungswerk kuratiert werden. insight: möchte den Blick für spannende Fragestellungen der Bildenden Kunst öffnen, die an religiöse und gesellschaftliche Bezugspunkte anknüpfen und reizvolle Diskurse eröffnen.
Unsere Ausstellungen sind i.d.R. geöffnet: MO - SA 09:00 - 18:30 Uhr (sonn- und feiertags geschlossen)
Sie heißen Esther, Asenat, Ruth oder Noomi, manche haben auch keinen Namen. Was sie gemeinsam haben: sie sind Frauengestalten aus der Bibel.
Maria Viktoria Heinrich setzte sich viele Jahre intensiv mit den Frauen aus dem Alten und Neuen Testament auseinander. Tief ist sie in die biblischen Texte eingedrungen, auf der Suche nach Frauen, die mitunter übersehen und übergangen werden. In 25 Jahren entstanden 70 Portraits von bekannten und weniger bekannten Frauen der Bibel, die sich nicht mit den Zuständen abfanden, in die sie hineingeboren wurden, sondern in sich besondere Ressourcen aufspürten. Wir zeigen die Portraits in Auswahl.
Die Künstlerin will mit ihren Arbeiten auf die dahinterliegenden Geschichten neugierig machen, möchte zum Nachfragen anregen und Identifikationsmöglichkeiten eröffnen. Die Wanderausstellung „Oh Gott, diese Frauen!“ wurde vom Ausschuss „Geschlechtergerechte Kirche“ des Diözesanrates unserer Diözese initiiert; 2023 ging sie in Rottenburg an den Start und endet nun in Stuttgart. Zur Ausstellung ist ein Buch mit den Portraits und theologischen Texten zu den Bildern erschienen (Echter Verlag 2023).
Führungen durch die Künstlerin:
Eröffnung: MI 14.01.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Impulsvortrag “Christin sein - politisch sein”. Dr. Birgit Mayer, KDFB Rottenburg-Stuttgart
Hinführung zur Ausstellung: Maria Viktoria Heinrich
Ausstellungsdauer: DO 15.01. - DO 12.02.26
Vor 150 Jahren, am 23.01.1876, wurde Rupert Mayer in Stuttgart geboren und kurz darauf in St. Eberhard getauft. Die Ausstellung beleuchtet das Leben des späteren Jesuitenpaters, insbesondere aber seine Überzeugungen und Haltungen, die ihn zum entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus werden ließen.
Als Großstadtseelsorger in München wurde P. Mayer wegen seiner Predigten und seines sozial-caritativen Engagements schon früh sehr geschätzt. Seinem Grundsatz, die Not der Menschen zu lindern und, wo nötig, die Stimme zu erheben, folgte er konsequent, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen: “Ich werde ihnen ganz klar sagen, dass ein deutscher Katholik niemals Nationalsozialist sein kann.” Aufgrund seines Eintretens gegen die Nationalsozialisten wurde er mehrfach inhaftiert und im Kloster Ettal bis zum Kriegsende unter Arrest gestellt. Bald danach starb er. 1987 wurde P. Rupert Mayer SJ von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.
Kooperation mit: Domkirchengemeinde St. Eberhard
Ausstellungsdauer: Fr 23.01. – Sa 14.02.26
Eröffnung: Fr 23.01.26, 19:00 – 21:00 Uhr
Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo – Sa 9:00 – 18:30 Uhr
Schülerinnen und Schüler aller Schularten in Baden-Württemberg waren eingeladen, sich künstlerisch mit dem Thema "Serie" auseinanderzusetzen. "Serial order is a method, not a style." (Serielle Ordnung ist eine Methode, kein Stil.) - Mel Bochner
Schon seit 1984 ist das SCHULKUNST-Programm des Landes Baden-Württemberg eine Fördermaßnahme zur künstlerisch-ästhetischen Erziehung in Schulen. Ziel des Programms ist es, mit wechselnden Themen und Ausstellungen sowohl die künstlerische Arbeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken, als auch die Verbindung zur Öffentlichkeit zu intensivieren. Alle Schularten werden eingebunden und können ihre jeweils eigenen Potenziale zeigen. Das Programm versteht sich nicht als Wettbewerb, sondern als ein Schaufenster der Kreativität und Gestaltungskraft von Jugendlichen aller Altersstufen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten.
Kooperation mit: Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten (schulkunst@zsl.kv.bwl.de)
Die Ausstellung war vom 29.09. - 31.10.2025 im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.
Für die Porträtserie #OutInChurch sind Aufnahmen von weiblich und männlich gelesenen, queeren Personen entstanden, die zum Verein #OutInChurch gehören (www.outinchurch.de). Die Aufnahmen stellen – so der Künstler – keine „normalen“ Porträts dar; sie zeigen die Personen in ihrer persönlichen Betroffenheit im Umfeld Kirche, mal ganz nah – mal fern.
Wer die Bilder betrachtet, kann durch unterschiedliche fotografische Herangehensweisen individuelle Antworten finden auf die Frage, wie queere Menschen die katholische Kirche wahrnehmen. Die Aufnahmen können zum Nachdenken und zum Gespräch darüber anregen, wie die Kirche – so ein Mitglied von #OutInChurch – „christlicher“ werden kann.
Die Wanderausstellung wurde bereits an unterschiedlichen Orten in Deutschland und in der Schweiz gezeigt. Zur Ausstellung entstand ein eindrucksvolles Buch mit dem Titel GUT.KATHOLISCH.QUEER
Martin Niekämper, geboren 1965 in Dortmund, war nach dem Studium der Hörgeschädigtenpädagogik als Lehrer für Sonderpädagogik in Köln tätig. 2021–2023 studierte er Fotografie an der Fotoakademie-Koeln. Er ist freiberuflicher Fotograf mit den Schwerpunkten Porträtfotografie, Unternehmens- und Wissenschaftsfotografie.
Im Haus der Katholischen Kirche war die Ausstellung vom 20.08. - 11.09.25 zu sehen.
Bernd Baader (*1937) studierte Malerei und Grafik-Design an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Viele Jahre war er beim SWR als Grafik-Designer tätig. 1980 begann er mit Aquarell-, später mit Tusche-Malerei. Er gestaltet Bilder und Schrift mit Pinsel und Feder und nützt digitale Ausdrucksformen für seine Malerei. In über 50 Ausstellungen zeigte er seit 1982 vielfältige Stationen seines Schaffens.
Bernd Baader thematisiert in seiner Malerei Menschen und Tiere, Musik und Tanz, Sport und Spiel – und das Lesen. In unserer Ausstellung zeigten wir originale und digitale Bilder zum Thema Lesen. Die Ausstellung war vom 24.06. – 25.07.25 auf der Galerie im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.
Mit dem insight: Kunstpreis zeichnete das KBW Stuttgart im Schuljahr 2024/25 zum dritten Mal Abiturientinnen des Mädchengymnasiums St. Agnes im Kernfach Bildende Kunst (künstlerische Praxis) aus. Gewürdigt wurden die herausragenden, künstlerischen Arbeiten und die individuelle künstlerische Entwicklung der Schülerinnen. Aus den praktischen Arbeiten des jeweiligen Abiturjahrgangs wurden zwei Preisträgerinnen ausgewählt. Diese erhielten neben einem kleinen Sachpreis die Gelegenheit, ihre künstlerischen Arbeiten im Haus der Katholischen Kirche vom 10.07. – 18.07.2025 zu präsentieren. Die Preisträgerinnen wurden durch eine Jury ermittelt, bestehend aus Mitgliedern des insight-Kuratoriums, beraten durch die Kunstlehrerinnen des Mädchengymnasiums St. Agnes. Wir gratulieren Tasnim Ulrich und Enya Goes!
Ausführliche Informationen zu insight: insight-kunst.de oder unter kbw-stuttgart.de
Kontakt:
Maria Dis, KBW Stuttgart
maria.dis@kbw-stuttgart.de; 0711-7050603
Mit Cassy Dee Katzenwut, Stefanie Fleischhauer, Nikolas Fuchs und Francisco Wiborg Bamford präsentierten wir in der Ausstellungsreihe insight: künstlerische Arbeiten von vier jungen Absolvent*innen und Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Fragen nach Identität, die Verbindungen von inneren Bildwelten, persönlichen Erinnerungen mit kollektiven Bildern, aber auch die verlorene und wiederhergestellte Beziehung zwischen Mensch und Natur begegneten uns in den Arbeiten der jungen Künstler*innen. Sie arbeiteten auf Papier, mit Holz, Acryl und Wachs und gaben den Arbeiten Raum zur Entfaltung. Der Herstellungsprozess, die Auswahl der Materialien und die Verbindung zwischen den einzelnen Arbeiten waren dabei genauso wichtig wie die inhaltliche Auseinandersetzung. Die Ausstellung war vom 21. März – 25. April im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.
Die mittelalterliche Buchmalerei ist einer der Höhepunkte der christlichen Kunst. Die meist in Klöstern hergestellten Codices verdichten die biblische Botschaft auf kleinstem Raum und geben den Betrachtern bis heute Anstöße für den eigenen Glauben. Dieter Groß (geb. 1937 in Stuttgart, 1972 – 2002 Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart) hat acht Jahre lang an einer “Verheutigung” eines solchen mittelalterlichen Codex gearbeitet: Den Text des Lukasevangeliums in der Übertragung von Fridolin Stier hat er in seiner gleichförmigen künstlerischen Handschrift auf Büttenpapier geschrieben. Dabei hat er den Platz für die später entstandenen Bilder ausgespart, wie es bei mittelalterlicher Buchmalerei ebenfalls üblich war. Das Layout der einzelnen Blätter zeigt dabei einen großen Variantenreichtum: Jedes Kapitel beginnt mit einer Initiale. Die Miniaturen sind mal ganzseitig, mal kleine, schmale Streifen, mal erstrecken sie sich über zwei Seiten im aufgeschlagenen Buch, oder sie erzählen eine Geschichte wie im Comic über mehrere Blätter hinweg. Sie zeigen einen modernen, teils karikaturenhaft verfremdenden Stil; es sind ganz einfache Fokussierungen des biblischen Textes in die heutige Zeit hinein, die zum Nachdenken an und zum Nach-glauben anregen. Noch sind die Blätter des Codex nicht gebunden und wurden in der Ausstellung nebeneinander gezeigt.
Das achtjährige „Codex-Projekt“ ist ein Signal gegen den Trend der Zeit. In einer Zeit der Kurzvideos auf Instagram und TikTok, einer Zeit in der die Bilder einander nachjagen, setzte dieses Projekt auf Entschleunigung: Zeit zum Wachsen und Reifen, Zeit mit der Hand zu schaffen und nicht mit KI zu generieren, Zeit, sich einen Bibeltext anzueignen und ihn in Bilder zu fassen, die im Gedächtnis bleiben.
Die Einzelausstellung der Künstlerin Laila Kaletta knüpfte an die insight: Ausstellung „A dead flower will never bloom“ an, die 2020 coronabedingt ausfallen musste. Wir begaben uns mit Laila Kaletta auf eine „Forschungsreise“ und betrachteten mikroskopisch kleine Wesen, Zellen, Bausteine in der Natur, die Fragen nach dem Leben, der Existenz, von Körperlichkeit und nach dem Tod aufkeimen ließen und diese in der Ausstellung widerspiegelten. Mit Laila Kalettas Zweikanal-Videoinstallation „Cilia in the net of analogies“ tauchten wir in eine fiktive Unterwasserwelt ein und begleiteten die Protagonistin Zille bei der wundersamen Erforschung einzelliger Lebewesen, den Wimperntierchen (engl. Cilia).
Laila Kaletta (*1995 in Stuttgart) lebt und arbeitet bei Berlin. 2020 – 2022 Studium im Bachelor Fine Arts an der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK). 2018 – 2020 Diplomstudium der Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 2015 – 2018 Ausbildung zur Fotografin am Lette-Verein Berlin.
Ausstellungsdauer: 15.11. – 13.12.24 im Haus der Katholischen Kirche
NATUR war das verbindende Element, mit dem sich die vier Kunstschaffenden auseinandersetzten. Alle einte der malerische Zugang, wenn auch mit unterschiedlichen Techniken:
Die Ausstellung war vom 11.10. – 08.11.24 im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.